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Agustín Pío Barrios (Nitsuga Mangore)

 

Barrios stammt aus Paraguay. Er war einer der ersten Gitarristen, der sich auch der Volksmusik seines Landes angenommen hat. Seine Arrangements zu den "Klassikern" hat er in seinen Konzerten sehr sorgfältig von "seiner" Musik getrennt: In der ersten Hälfte seiner Konzerte trat er im Frack auf und in der zweiten Hälfte in einem Kostüm eines Guarani-Häuptlings.

 

Es gab sogar eine Legende dazu: Er sei in den Wäldern seines Landes aufgewachsen und eines Tages (als er gerade mit seinem Lendenschurz durch eben diese lief)  ist ihm der Halbgott Mangoré erschienen und habe ihm eine runden Kasten mit Drähten dran in die Hand gedrückt. Er habe dann lange sinniert darüber, was es wohl mit dem Kasten auf sich habe und darüber ist es Nacht geworden. In der Nacht haben ihn dann sechs silberne Mondstrahlen die Erleuchtung gebracht. Und seit der Zeit spielt er Gitarre.

 

 

So hätte ich auch gern Gitarre gelernt ...

 

Richard (Rick) D. Stover hat 2 Bände mit fast allen noch erhaltenen Stücken von ihm herausgegeben und auch das Buch "Six silver Moonbeams".

(Es fehlt nur das Bicho Feo. Das Stück ist aber wirklich hörenswert. Hier die Einspielung von Edson Lopes.) 

Das ist alles sehr sorgfältig und liebevoll aufbereitet. Allerdings - wer Barrios Musik spielen möchte - er hatte schon ein Alleinstellungsmerkmal: Die Spreizfähigkeit seiner linken Hand. Das erkennt man z.B am "Danza Paraguaya". Berta Rojas macht das - finde ich - super.

 

Gentil Montana

 

stammt aus Bolivien. Leider gehört er zu den Musikern, wie Barrios, die kurz nach ihrem Tod (2011) vergessen werden. Seine Musikschule scheint nicht mehr zu existieren und seine Homepage enthält nur Fake-Texte. Es gibt von ihm nur eine CD aus dem Caroni-Verlag. Dort sind auch seine ersten Drei Suiten verlegt worden. dDe Hefte sind sehr hochwertig und liebevoll erstellt. Aber auch diesen Verlag scheint es nicht mehr zu geben.

 

Gentil hat seine Stücke immer ähnlich gestrickt: Eine eingängige Melodie mit Ohrwurmcharakter gemischt mit spannenden Rhythmen. Besonders bestechend finde ich aber seine Artikulation.

Diese Pasillo ist eine schöner Beweis dafür.

 

 

Roland Dyens

 

Wenn man seine Noten liest merkt man sehr schnell: In Sachen Musik ist der Mann ein Erbsenzähler.  Bei seiner Notation hat er sogar das Pedal eingeführt. Ich habe in Iserlohn als Mensch und in Bonn bei einem Konzert erlebt. Er ist ein begnadeter Gitarrist, ein freundlicher und fröhlicher Mensch und sehr introvertiert. Zweifelsohne hat er auch eine Reihe sehr schöner Gitarrenstücke gespielt. An dem Teil habe ich 6 Jahre geübt...

Tango en Skai. Tango in Kunstleder, oder Kunstledertango? Nun ist es so, dass es keinen Kunstledertango gibt, aber wenn man das Stück hört, muss man sagen, das ist ein ...

 

Roland verarbeitet hier bewusst alle Klischees über den Tango. Und, ach ja, das Ende hat er aus "El Colibri" geklaut. :-)

 

Enrice Granados

 

Granados? Das war doch ein Pianist, kein Gitarrist! Stimmt. Er hat - genau wie Albeniz - die Musik des Nationalinstruments seines Heimatlandes Spanien, der Gitarre, so perfekt geklaut, dass sich die Gitarristen es problemlos wiederholen konnten. Miguel Llobet hat das sehr gut hinbekommen. Es hat es so gut gemacht, dass diese Musik in allen Konzertsälen zu Hause ist. Leider ist sie aber auch schon etwas abgedroschen.

Ausnahme ist dabei der Tanz Nr. 7 aus den "Spanischen Tänzen". Hier Granados im Original und hier Stefano Grondona mit der Llobet-Fassung, wenn auch etwas zu langsam gespielt.

 

Burkhard (Buck) Wolters

 

Endlich mal einer der noch lebt. Buck hat sich in seinem Studium auch ausführlich mit dem Rhythmus beschäftigt. Das merkt man seiner Musik an. Hier ein kleines Beispiel.  Schön ist, dass Buck -zum Teil- Stücke schreibt, die sich auch für uns Hobbymusiker eignen. Übrigens gibt Buck auch Unterricht. Da er nicht nur als Musiker, sondern auch als Mensch gut drauf ist, werden seine Lehreinheiten zu einem echten Erlebnis.

 

Jorge Morell

 

kam in den 50ern des letzten Jahrhunderts aus Argentinien über Cuba (wo er seine Frau kennenlernte) in die USA.

Sein erstes "Engagement" war in eine Restaurant. Gegen freie Wahl auf der Speisekarte hatte er des Abends zu spielen. Der Wirt hat hinterher - über den damals Anfang 20-jährigen - gesagt, dies sei das schlechteste Geschäft seines Lebens gewesen.

 

Jorge hat sich sehr früh schon mit der Kultur der USA, also auch mit dem Jazz auseinandergesetzt.

 

Seine Variations on a Gershwins Theme sind ein hübsches Beispiel.